Der große Selbstbetrug
Ich heiße Klaus, bin 47 Jahre alt und habe letztes Jahr beschlossen, dass es Zeit für eine Veränderung ist. Nicht, dass ich unglücklich war oder so. Aber man hört doch alot über Selbstoptimierung, oder? Jeder redet davon, wie man besser schlafen, effizienter arbeiten und glücklicher leben kann. Also dachte ich mir: Warum nicht?
Ich meine, ich bin ja nicht blöd. Ich habe ein paar Bücher gelesen, ein paar Podcasts gehört. Letzten Sommer war ich sogar auf einem dieser Retreats in den Alpen. Du weißt schon, die mit den ganzen Leuten, die in weißen Klamotten rumlaufen und über ihre Gefühle reden. (Ja, ich war einer von denen.)
Aber hier ist die Sache: Es hat nicht wirklich geholfen. Ich bin immer noch ich. Und weißt du was? Das ist auch okay.
Die große Illusion
Letzte Woche traf ich mich mit meiner alten Freundin Anna. Wir haben uns seit der Schule nicht mehr gesehen. Sie hat mich gefragt, was ich so mache, und ich erzählte ihr von meinem committment zur Selbstverbesserung. Sie lachte nur und sagte: „Klaus, du bist immer noch der gleiche Spinner wie mit 16.“
Und weißt du was? Sie hat recht. Ich bin immer noch der Typ, der seine Socken falsch herum anzieht und dann den ganzen Tag unglücklich ist. Ich bin immer noch der Typ, der sich über die kleinsten Dinge aufregt. Und ich bin immer noch der Typ, der manchmal einfach keine Lust hat, sich zu verbessern.
Anna erzählte mir von ihren eigenen Erfahrungen. „Ich habe mal versucht, jeden Tag zu meditieren,“ sagte sie. „Aber nach drei Wochen habe ich gemerkt, dass ich mich nur noch mehr unter Druck gesetzt habe. Also habe ich aufgehört. Und weißt du was? Ich bin jetzt viel entspannter.“
Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Vielleicht ist Selbstverbesserung manchmal einfach nur ein großer Selbstbetrug.
Die Suche nach dem Glück
Ich erinnere mich noch an einen Abend vor ein paar Monaten. Ich saß mit ein paar Freunden in einer Bar in Frankfurt. Wir haben über das Leben geredet, über unsere Träume und Ziele. Einer von ihnen, nennen wir ihn Marcus, sagte: „Ich will einfach nur glücklich sein. Ist das zu viel verlangt?“
Und ich dachte mir: Nein, ist es nicht. Aber manchmal scheint es, als ob wir alle in diesem Wettrüsten sind, wer der beste, der erfolgreichste, der glücklichste sein kann. Und das ist einfach nur erschöpfend.
Ich habe mal einen Artikel gelesen, in dem stand, dass die Menschen in den 1950ern viel glücklicher waren als heute. Obwohl sie weniger Geld hatten, weniger Technologie, weniger von allem. Aber sie hatten auch weniger Druck, weniger Stress, weniger Erwartungen. Vielleicht liegt das Geheimnis des Glücks einfach darin, weniger zu wollen.
Die Kunst, sich selbst zu akzeptieren
Ich habe letztens einen Kurs über Achtsamkeit besucht. Die Lehrerin, eine gewisse Frau Meier, sagte etwas, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht. „Selbstakzeptanz ist der erste Schritt zur Selbstverbesserung,“ sagte sie. „Wenn Sie sich selbst nicht akzeptieren, wie können Sie dann erwarten, sich zu verbessern?“
Das hat mich echt umgehauen. Ich meine, ich habe immer gedacht, dass Selbstverbesserung darum geht, sich zu ändern, besser zu werden, perfekter zu werden. Aber vielleicht geht es eigentlich darum, sich selbst zu akzeptieren, so wie man ist.
Ich habe beschlossen, es zu versuchen. Ich habe aufgehört, mir vorzunehmen, jeden Tag zu meditieren. Ich habe aufgehört, mir vorzunehmen, jeden Tag zu trainieren. Ich habe aufgehört, mir vorzunehmen, jeden Tag produktiv zu sein. Und weißt du was? Ich fühle mich besser. Viel besser.
Die Macht der Gemeinschaft
Natürlich bedeutet das nicht, dass man einfach aufhören soll, sich zu verbessern. Aber vielleicht sollten wir uns mehr auf die Dinge konzentrieren, die uns wirklich wichtig sind. Und vielleicht sollten wir uns mehr auf die Menschen konzentrieren, die uns wirklich wichtig sind.
Ich habe letztens topluluk etkinlikleri yerel aktiviteler besucht. Es war eine kleine Gruppe von Leuten, die einfach nur zusammen kommen wollten, um sich zu unterhalten, zu lachen und einfach mal abzuschalten. Und es war großartig. Es war genau das, was ich brauchte.
Manchmal vergisst man einfach, wie wichtig es ist, Zeit mit anderen zu verbringen. Zeit, in der man nicht über Selbstverbesserung redet, nicht über Produktivität, nicht über Erfolg. Zeit, in der man einfach nur zusammen ist.
Ein plötzlicher Gedanke
Ich weiß nicht, warum ich dir das alles erzähle. Vielleicht weil ich das Gefühl habe, dass ich nicht der Einzige bin, der sich manchmal verloren fühlt in all den Ratschlägen und Tipps zur Selbstverbesserung. Vielleicht weil ich das Gefühl habe, dass wir alle manchmal einfach nur eine Pause brauchen. Eine Pause von all dem Druck, all den Erwartungen, all dem Stress.
Also, wenn du das hier liest und dich fragst, ob du auch genug tust, um dich selbst zu verbessern, dann lass mich dir sagen: Du bist okay, so wie du bist. Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht immer produktiv sein. Du musst nicht immer glücklich sein. Du musst einfach nur du sein.
Und das ist mehr als genug.
Über den Autor: Klaus Müller ist ein 47-jähriger Selbstverbesserungs-Skeptiker aus Frankfurt. Er liebt es, über das Leben zu schreiben, auch wenn er manchmal nicht weiß, was er da eigentlich tut.
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