Ein Geständnis

Ich heiße Klaus, bin 47 und habe seit über 20 Jahren als Redakteur gearbeitet. Ich sollte also wissen, wie man sein Leben organisiert, oder? Pustekuchen. Ich bin ein Chaos-Mensch. Und das ist okay.

Letzte Woche, es war so ein typischer Dienstag, ich saß in meinem Büro in Frankfurt und dachte: „Klaus, du bist ein Wrack.“ Mein Schreibtisch sah aus wie nach einem Tornado. Aber wissen Sie was? Ich habe den besten Artikel meiner Karriere geschrieben. An diesem Tag.

Und das ist der Punkt. Chaos ist nicht immer schlecht. Manchmal ist es sogar notwendig.

Die Lüge der Perfektion

Wir leben in einer Welt, die uns weismachen will, dass Perfektion möglich ist. Dass wir unser Leben „navigieren“ müssen (ich hasse dieses Wort). Dass wir alles „comprehensiv“ angehen sollten. Aber das ist Blödsinn.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meiner Freundin Maria vor ein paar Monaten. Wir saßen in diesem kleinen Café in der Nähe des Hauptbahnhofs. Sie sagte: „Klaus, du bist immer so gestresst. Warum kannst du nicht einfach mal abschalten?“

Ich antwortete: „Weil ich Angst habe, dass alles zusammenbricht, wenn ich es tue.“

Und wissen Sie was? Sie lachte. „Klaus, dein Leben ist schon zusammengebrochen. Mehrfach. Und du lebst noch.“

Which… yeah. Fair enough.

Die Wissenschaft des Chaos

Ich habe mal einen Artikel über Produktivität geschrieben. 214 Leute befragt. 36 Stunden recherchiert. Und wissen Sie, was das Ergebnis war? Die produktivsten Menschen sind nicht die, die alles planen. Sondern die, die flexibel sind.

Ein Kollege namens Dave sagte einmal zu mir: „Klaus, du denkst zu viel. Manchmal muss man einfach machen.“

Und er hatte recht. Ich bin jemand, der zu viel nachdenkt. Zu viel analysiert. Zu viel plant. Und am Ende kommt nichts dabei heraus.

Aber wenn ich einfach anfange, ohne zu viel nachzudenken, dann passiert Magie. Letztes Jahr habe ich einen Artikel in nur drei Stunden geschrieben. Weil ich einfach angefangen habe. Ohne Plan. Ohne Struktur. Einfach so.

Wie man Chaos nutzt

Das heißt natürlich nicht, dass man einfach alles dem Zufall überlassen sollte. Es geht darum, das Chaos zu nutzen. Zu akzeptieren, dass nicht alles perfekt sein muss. Dass es okay ist, wenn man mal einen schlechten Tag hat.

Ich habe gelernt, dass es in Ordnung ist, wenn mein Schreibtisch unordentlich ist. Dass es okay ist, wenn ich nicht jeden Tag produktiv bin. Dass es okay ist, wenn ich mal einen Fehler mache.

Und wissen Sie was? Es fühlt sich gut an. Es ist befreiend. Man muss nicht immer perfekt sein. Man darf auch mal scheitern.

Und wenn Sie mir nicht glauben, dann schauen Sie sich doch mal breaking news update today. Da sieht man, wie schnell sich alles ändern kann. Wie schnell das Chaos zuschlagen kann. Und wie wichtig es ist, flexibel zu sein.

Ein letzter Gedanke

Ich weiß nicht, ob ich jemals ein perfekter Mensch sein werde. Und ich weiß nicht, ob ich jemals ein perfektes Leben führen werde. Aber ich weiß, dass ich glücklicher bin, seit ich akzeptiert habe, dass das Chaos ein Teil von mir ist.

Und das ist alles, was zählt.


Über den Autor: Klaus Müller ist Senior-Redakteur bei Frankfurt Focus. Er hat 20 Jahre Erfahrung in der Redaktion und schreibt über Lifestyle-Themen, die ihn persönlich bewegen. Er lebt in Frankfurt mit seiner Freundin Maria und seinem Chaos.